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Fachkräftesicherung mit ausländischen Pflegekräften


Ziel der Initiative

Ausländische Pflegekräfte bieten in einer globalisierten und multikulturellen Gesellschaft als strategische Zukunftsinvestition eine Möglichkeit, nicht nur den aktuellen und zukünftigen personellen Herausforderungen in der Pflege zu begegnen.
Ziele:
• Stabilisierung des Stellenplanes
• Verbesserung der Pflegequalität / Versorgungsqualität
• Berücksichtigung des globalen WHO Verhaltenskodex
• Schaffen einer Willkommenskultur
• Interdisziplinäre und Interprofessionelle Begleitung
• Gezielte Einarbeitungskonzeption
• Wissensfokussierte Personalentwicklung
• Integration
o in den deutschen Arbeitsmarkt
o in das Pflegeteam
o in das regionale Umfeld
• wissenschaftliche Begleitung
• Wohnraum zu

Beschreibung der Initiative

Die demographische Entwicklung unserer Gesellschaft, die umfangreichen Prozesse der Ökonomisierung im Gesundheitswesen, die gleichzeitig verstärkten Qualitätsanforderungen und dem damit einhergehenden hohen Personalbedarf in der Pflege, stellen die Gesundheitseinrichtungen vor enorme Herausforderungen.

Vor diesem Hintergrund, vor allem aber durch den chronischen Mangel an Pflegefachpersonal und der zunehmenden Schwierigkeit, freie Stellen adäquat zu besetzen, entstand die Idee und letztlich auch die konkreten Bemühungen, ausländische Pflegefachkräfte zur Fachkräftesicherung in der cts Rehaklinik Wittnau Stöckenhöfe zu rekrutieren. Eine Analyse der Ist-Situation und der entsprechenden Kennzahlen wie Personalbeschaffungskosten, Ausfallrate, Mehrarbeitsstunden, Fremdpersonalkosten und Pflegequalität, lieferten zudem faktische Argumente und eine Entscheidungshilfe, diesen für uns neuen Weg zu bestreiten.

Zunächst wurden verschiedene Anbieter kontaktiert, welche aus sehr unterschiedlichen Ländern Pflegekräfte für den deutschen Markt vorbereiten und zur Verfügung stellen. Zudem gab es informelle Gespräche mit verschiedenen Einrichtungen im Gesundheitswesen, die bereits Erfahrung mit Anbietern und ausländischen Pflegekräften gesammelt haben. Internet und Literaturrecherche ergänzten das Wissen, sich mit dem Thema und dem Prozess vertraut zu machen.  Nicht zuletzt war es den Verantwortlichen des Projektes wichtig dem globalen Verhaltenscodex der WHO für die internationale Anwerbung von Pflegefachkräften Rechnung zu tragen.

Letztlich entschied man sich für die DEKRA als ein potentieller Anbieter ausländischer Pflegekräfte und Partner. Die DEKRA versteht sich als genuiner Bildungsanbieter und verfolgt mit ihren Akademien in verschiedenen Ländern die Strategie der „Rekrutierung durch Qualifizierung“. Dahinter steht ein Konzept mit dem Schwerpunkt auf sprachlicher Aus-und fachlicher Weiterbildung in der jeweiligen Heimat bereits qualifizierter Pflegekräfte unter gleichzeitiger Sicherstellung der Arbeits-und Aufenthaltserlaubnis und Berufsanerkennung eines jeden Teilnehmers.

Für uns galt es das Team der Pflegekräfte vor Ort umfassend zu informieren, für Transparenz zu sorgen und sie letztlich in den Prozess aktiv mit einzubeziehen. Dazu dienten Teamsitzungen und Arbeitsbesprechungen. Die Managementebene der cts Rehakliniken Baden-Württemberg wurde ebenso umfassend informiert wie auch der örtliche Betriebsrat. Gleichzeitigt wurde ein Projektplan erstellt der die einzelnen Schritte definierte, aber auch als unverzichtbares Instrument zur strukturierten Umsetzung und damit als Kompass des Projektes diente. (s. Anhang)

Im September 2016 flog eine Delegation bestehend aus Pflegedirektion, Geschäftsführung und Betriebsrat nach Tirana in Albanien um vor Ort die Akademie der DEKRA kennenzulernen, aber auch um schon vor Ort Bewerbungsgespräche zu führen. In den vorbereiteten konzipierten Gesprächen entschied man sich für 6 Pflegekräfte bestehend aus 2 Männern und 4 Frauen. Die umfangreichen Informationen über potentielle Bewerberinnen und Bewerber für unser Unternehmen wurden uns bereits vor der Reise schon von der DEKRA zur Verfügung gestellt.

Der Besuch in Albanien war ein beeindruckendes Erlebnis da er uns ermöglichte, Land und Leute näher kennenzulernen, aber auch um einen kleinen Einblick in die Perspektive der jeweiligen Bewerberinnen und Bewerber zu bekommen. Insgesamt trafen wir auf äußerst sympathische, hochmotivierte und gut ausgebildete Pflegefachkräfte. Nach der Reise nach Tirana wurde gemeinsam mit der DEKRA der Zeitplan für die Ankunft der albanischen Pflegekräfte in Deutschland festgelegt.  Eine weitere Initiative führte die Pflegedirektion in die Katholische Hochschule Freiburg mit dem Ziel, das Projekt wissenschaftlich begleiten zu lassen. Dieses fand seine Entsprechung darin, dass Studierende der Hochschule mit der Fragestellung, welche institutionellen Erfordernisse es zur Eingliederung ausländischer Pflegekräfte braucht, problemzentrierte Interviews und eine qualitative Inhaltsanalyse vor Ort durchführten. Die Projekt- und Ergebnispräsentation der Studierenden fand statt am 06.07.2017 in der Katholischen Hochschule Freiburg. (s. Anhang)

Im Herbst 2016 veranstaltete die Pflegedirektion einen interprofessionellen Workshop zur Willkommenskultur an dem Ideen und Themen erarbeitet wurden die ausländischen Pflegekräften auch die soziale Integration zu erleichtern. Parallel dazu wurden die notwendigen administrativen Vorbereitungen getroffen, sowie Wohnraum beschafft um die Anfangszeit so unproblematisch und angenehm wie möglich zu gestalten. Ein umfassendes Einarbeitungskonzept in Form eines Lernzielkataloges wurde erstellt um eine strukturierte und standardisierte Einarbeitung zu ermöglichen. Gleichzeitig wurden Praxisanleiter / Paten benannt welche die „neuen“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in ihrer Anfangszeit nicht nur im Dienst Hilfestellung leisten sollten.

Leider konnte der ursprünglich vorgesehene Zeitplan nicht eingehalten werden, denn die Visaerstellung und Sprachschulung nahm deutlich mehr Zeit in Anspruch wie zunächst angenommen. Auch hat sich 1 Bewerberin kurzfristig für einen anderen Arbeitsplatz entschieden, eine Zweite hat den Sprachkurs nicht erfolgreich abschließen können, sodass von den zunächst 6 erwarteten Pflegekräfte 4 übrig blieben.

Am 10.04.2017 war es dann soweit: 2 albanische Pflegekräfte konnten am Hauptbahnhof Freiburg von der Pflegedienstleitung und dem Pflegedirektor willkommen geheißen werden. Dem folgten 2 weitere am 15.05.2017. Die sich jeweils anschließenden Tage waren gefüllt mit einer Fülle an administrativen Tätigkeiten wie Registrierung beim Einwohnermeldeamt, Kontoeröffnung, Anmeldung bei einer Krankenkasse, Vorstellung bei der Ausländerbehörde etc., die nach einem zuvor erstellten Katalog von einem Mitarbeiter der DEKRA abgearbeitet und begleitet wurden. Eine Stadtführung und eine erste Einführung in Land und Kultur prägten die ersten Tage die durch die Pflege organisiert und gestaltet wurden. Dem folgte letztlich ein Willkommenstag in der Klinik mit Hausführung und Kennenlernen unterschiedlicher Verantwortlicher bis hin zu ganz praktischen Einführungen.

Seither sind nun bereits mehrere Wochen vergangen und schon jetzt kann festgestellt werden, dass die albanischen Pflegekräfte sehr gut in das Pflegeteam aufgenommen wurden und ein vertrauensvolles Miteinander entsteht. Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit im pflegerischen Team, aber auch bei den albanischen Pflegekräften ist ungebrochen hoch. Gleichzeitig gilt es die Handlungsempfehlungen der Katholischen Hochschule zu bewerten und umzusetzen. Weiter Maßnahmen, wie die sprachlichen Defizite durch Sprachunterrichte zu minimieren, sind in der Planung. Ein regelmäßiger Austausch der neuen Kolleginnen und Kollegen mit Pflegedienstleitung und Pflegedirektion spiegeln, dass sich die albanischen Pflegekräfte allesamt sehr wohl und gut aufgenommen fühlen; sie sind angekommen. Vor allem sind sie gleichberechtigte Partner in einem hochmotivierten Pflegeteam und eine großer Bereicherung für das Unternehmen.

Über den Träger

Die cts-Rehaklinik Baden-Württemberg GmbH ist ein Verbund von drei Rehabilitationskliniken mit insgesamt 433 Betten für Rehabilitation und Anschlussrehabilitation mit den Schwerpunkten der Orthopädie, der Neurologie und der Kardiologie.
Die cts-Klinik Stöckenhöfe ist eine Fachklinik für orthopädische und neurologsiche Rehabilitation mit 160 Betten.

cts Klinik Stöckenhöfe

Fremersbergstr. 115
76530 Baden-Baden
h.bolanz@cts-reha-bw.de
http://cts-reha-bw.de/
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