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Pilotprojekt Integration ausländischer und/ oder nichtchristlicher Mitarbeitender


Ziel der Initiative

Die Dienstgemeinschaften in den Einrichtungen der BBT-Gruppe werden vielfältiger: So sind im ärztlichen Dienst, aber auch in allen anderen Berufsgruppen in den Einrichtungen vermehrt Mitarbeitende tätig, die nicht aus Deutschland kommen und nicht in einer christlichen Tradition verwurzelt sind.
Die Ziele des Pilotprojekts bestanden darin, gemeinsam mit den Beteiligten herauszufinden, wo der größte Bedarf im Prozess der Integration von ausländischen und/ oder nichtchristlichen Mitarbeitenden liegt, gemeinsam Maßnahmen und Aktionen zu diskutieren, zu planen und umzusetzen, damit eine religiös und kulturell vielfältige Dienstgemeinschaft als wertvoll erlebt wird.

Beschreibung der Initiative

Rund ein Jahr arbeitete eine Projektgruppe bis zum Herbst 2016 am Pilotprojekt „Integration ausländischer und/ oder nichtchristlicher Mitarbeitender in die Dienstgemeinschaft der BBT-Gruppe“. Das Pilotprojekt wurde vom Zentralbereich Christliche Unternehmenskultur und Ethik der BBT-Gruppe geleitet und im Brüderkrankenhaus St. Josef in Paderborn durchgeführt. Die Projektgruppe bestand aus Mitarbeitenden verschiedener Berufsgruppen des Brüderkrankenhauses unterschiedlicher Herkunft und Religion.

Wichtig war von Anfang an, dass es darum gehen muss, der Veränderung unserer Dienstgemeinschaften Rechnung zu tragen und die Kultur der BBT-Gruppe weiter zu entwickeln. Wo ein kirchlich geprägter Arbeitsplatz als menschlich bereichernd erfahren wird, werden Mitarbeitende gleich welcher Herkunft auch ein Zuhause finden.

Der erste Befund, der nach einer Reihe ausführlicher Interviews erhoben werden konnte, war ermutigend: Die Integration im Brüderkrankenhaus Paderborn wurde weitgehend als gut gelingend eingeschätzt. Herausforderungen bleiben dennoch bestehen: Sie liegen im Bereich der Sprache, in der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, der Kenntnis des deutschen Gesundheitswesens oder auch in einem unterschiedlichen Verständnis der Berufsrollen (Arztberuf / Pflegeberuf). Im Verlauf des Projekts wurde deutlich, dass neben der organisatorischen Arbeit des Personalmanagements jeweils das persönliche Engagement einzelner Mitarbeitender den erfolgreichsten Weg zur Integration darstellt.

Ein wichtiger Meilenstein des Projekts bestand in der Formulierung eines Positionspapiers unter der Überschrift „Willkommene Vielfalt“. Programmatisch heißt es dort: „Alle Mitarbeitenden unserer Einrichtungen sollen sich als Dienstgemeinschaft verstehen können, die gemeinsam den Dienst an den Menschen vollzieht, gleichzeitig auch als Gemeinschaft, in der Menschen einander stärken und unterstützen. Bezogen auf den Auftrag zur Integration bedeutet das, dass Mitarbeitende bereit sind, neue Mitarbeitende gleich welcher Herkunft willkommen zu heißen. So kann eine christliche Dienstgemeinschaft ein exemplarischer Ort der Integration sein. Gleichzeitig zeigt sich an der Verwirklichung von Integration auch, ob der Gedanke der Dienstgemeinschaft mit Leben gefüllt ist.“ Dieses Positionspapier wird allen Einrichtungen der BBT-Gruppe zur Verfügung gestellt und bildet künftig die Richtschnur der Integrationsarbeit in der BBT-Gruppe.

Integration umfasst also neben der sprachlichen und fachlichen Qualifikation noch mehr: Wie kann ein christliches Krankenhaus bzw. eine christliche Einrichtung als besonderer Ort erfahren werden, an dem kulturelle und religiöse Unterschiede wertschätzend wahrgenommen werden? Auf besonders positive Resonanz stieß beispielsweise ein Grußwort des Hausoberen des Brüderkrankenhauses St. Josef Paderborn an alle muslimischen Mitarbeitenden zum Ende des Ramadan, das 2017 nun schon zum zweiten Mal versandt wurde.

Ein muslimischer Leitender Oberarzt schreibt als Antwort auf diesen Gruß: „Vielen Dank für die sehr netten Worte zum Fastenbrechensfest, die ein hohes Maß an Wertschätzung, Toleranz und Nächstenliebe zeigen und beweisen, dass der Glaube eher eine Stärkung der menschlichen Bindung statt einen Grund zur Trennung zwischen religiösen Menschen darstellen kann. Ich bin sehr stolz drauf, in einem Haus zu arbeiten dessen Oberer ein Theologe wie Sie ist und möchte mich im Namen meiner muslimischen Kollegen am Brüderkrankenhaus bei Ihnen ganz herzlich bedanken.“

Neben dem Positionspapier und erprobten Einzelmaßnahmen entstand auch ein Portfolio an Maßnahmen, die während der Einarbeitung ausländischer Mitarbeitender beachtet werden müssen. Neben der sprachlichen Qualifikation wird so der intensive Austausch über Kultur und Besonderheiten des deutschen Gesundheitswesens, der medizinischen Ethik und über die Unternehmensphilosophie zum festen Bestandteil der Einarbeitungskonzepte für ausländische Mitarbeitende.

 

Über den Träger

Im Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn versorgen 1.300 Mitarbeitende aus Medizin, Pflege und Therapie jährlich etwa 20.000 stationäre und 40.000 ambulante Patienten in 14 Fachkliniken und mehreren fachübergreifenden Kompetenzzentren.

Die BBT-Gruppe ist mit rund 80 Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens, über 11.000 Mitarbeitenden und ca. 800 Auszubildenden einer der großen christlichen Träger von Krankenhäusern und Sozialeinrichtungen in Deutschland.

Infoflyer // kkvd Sozialpreis 2017 pdf-download