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Flüchtlingen und Migranten mit HERZ begegnen


Ziel der Initiative

Aufgrund des enormen Zustroms der Asylsuchenden und dem Zuwachs an Migranten in den letzten Jahren, suchten wir konkrete Verbesserungsmöglichkeiten für diese Patientengruppe im Krankenhaus – mit den Barmherzigen Brüdern als Träger, stellten wir neben den medizinischen Aspekten v.a. auch die menschlichen in den Vordergrund.

Ziele:
- Barrieren in Bezug auf die Kommunikation abbauen
- Medizinische Versorgung - auch bei Krankheitsbildern, die bei uns nicht mehr häufig vorkommen - sicher stellen
- Kulturelle und religiöse Angebote schaffen
- Strukturen für die Nachsorge aufbauen und regionale Ansprechpartner gewinnen
- Als Arbeitgeber eine berufliche Perspektive bieten

Beschreibung der Initiative

Der Träger der Klinik St. Hedwig sind die Barmherzigen Brüder, der Hospitalorden des heiligen Johannes von Gott. Die Barmherzigen Brüder sind weltweit tätig und haben in ihrem Leitbild die „Hospitalität“ verankert – dies bedeutet übersetzt „gelebte Gastfreundschaft“. Dieses Leitbild gilt auch für unsere Klinik und so haben wir uns intensiv mit der Frage beschäftigt:

Was bedeutet gelebte Gastfreundschaft für unsere Klinik in der Begegnung mit asylsuchenden Menschen oder Menschen mit Migrationshintergrund?

Kommunikation

Eine essentielle Voraussetzung ist die Kommunikation – gerade bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen oder Schwangeren, die häufig erst vor kurzem in einem fremden Land mit fremder Kultur angekommen sind.

Im Rahmen des Projektes wurden Sprachbarrieren mit Patienten, die nicht deutsch sprechen, durch die Einführung verschiedener Übersetzungshilfen wie Videodolmetscher, Übersetzungsapps oder „Übersetzungsboxen“ (mit Bildwörterbüchern und Piktogrammen) abgebaut.

Im Alltag ist besonders das Videodolmetschen (Fa. SAVD) per Tablet oder PC durch sofort verfügbare Dolmetscher eine Erleichterung. Innerhalb weniger Minuten können so qualifizierte Dolmetscher in diversen Sprachen hinzugezogen werden, um komplexe medizinische Inhalte zu erklären, Aufklärungen vor Operationen durchzuführen und Fragen der Patienten zu beantworten. Häufig entsteht bei Flüchtlingseltern durch das Angebot erstmals die Möglichkeit sich in ihrer Muttersprache verständigen zu können.

Hygiene- und Infektionsschutz

Aufgrund des mangelnden Impfschutzes wurden insbesondere die Anforderungen an Hygienemaßnahmen und die Infektionsrisiken überprüft, so dass nicht nur Patienten sondern auch unsere Mitarbeiter abgesichert sind.

Ein Flyer zu Hygieneregeln zeigt den Eltern und Besuchern mit Bildern und Texten in mehreren Sprachen, wie Ansteckungen vermieden werden oder eine Händedesinfektion im Krankenhaus durchgeführt wird.

Angebote und Netzwerk

In der Klinik St. Hedwig werden bereits seit Langem Ehrenamtliche eingesetzt, um Patienten zu besuchen oder intensive Gespräche zu führen. Hier wird gezielt daran gearbeitet Ehrenamtliche mit Migrationshintergrund zu gewinnen, um besser auf die Bedürfnisse der ausländischen Patienten eingehen zu können.

Im November 2016 fand außerdem der Tag des Ehrenamtes in Regensburg statt, an dem u.a. das Thema interkulturelle Kompetenz aufgegriffen wurde. Hier präsentierten sich auch „MiMi – Mit Migranten für Migranten – Interkulturelle Gesundheit in Deutschland“ mit einem Stand sowie der Malteser Hilfsdienst e.V. mit deren Ehrenamts-Projekt „Integrationslotse der Malteser“.

Um auch fremdsprachigen Patienten eine Beschäftigung zu bieten, wurde der bereits vorhandene Bücherwagen mit ausgewählter Literatur in verschiedenen Sprachen erweitert.

Speziell bei der Behandlung von Flüchtlingen und Migranten müssen immer wieder diverse Ämter, Nachversorger oder Erstaufnahmeeinrichtungen informiert und eingebunden werden.

Zur Verbesserung des Informationsflusses wurden diese externen Ansprechpartner in der Region (z.B. in Erstaufnahmeeinrichtungen, Landratsamt, Sozialamt, Koordinierende Kinderschutzstelle etc.) eruiert und unseren Mitarbeitern zugänglich gemacht.

Außerdem werden Kooperationen mit externen Partnern zur Optimierung einer ganzheitlichen, medizinischen Versorgung und zum gegenseitigen Austausch angestrebt.

Integration in die Ausbildung

Die Ausbildung von Schülern mit Flüchtlings- oder Migrationshintergrund wird gezielt in unserer Krankenpflegehelferschule ermöglicht unter Teilnahme an „Integration von Flüchtlingen in die Pflegeausbildung“ (Regierung Oberpfalz).

In der Regel haben wir bis zu zehn unterschiedliche Nationalitäten in einem Ausbildungskurs. Aktuell hat der erste Schüler mit Flüchtlingshintergrund die schriftliche Prüfung zum Krankenpflegehelfer abgelegt, der darüber hinaus ab September an unserer Berufsfachschule in Regensburg die dreijährige Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger absolvieren. Für das Schuljahr 2017 haben sich bereits drei Schüler mit Flüchtlingshintergrund an der Krankenpflegehelferschule beworben.

Über den Träger

Die Mutter-Kind-Klinik St. Hedwig ist Standort der KinderUniKlinik Ostbayern (KUNO) und gehört dem Krankenhausverbund der Barmherzigen Brüder an. Sie ist das größte Perinatalzentrum Bayerns und das einzige, universitäre Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe Level 1 in Ostbayern. Die Klinik St. Hedwig ist Kooperations- und Lehrkrankenhaus der Universität Regensburg. Mit etwa 3.000 Geburten im Jahr zählt die Klinik St. Hedwig zu einer der größten und beliebtesten Geburtskliniken Bayerns.

KUNO Klinik St. Hedwig, Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg

Steinmetzstraße 1-3
93049 Regensburg
sabine.beiser@barmherzige-regensburg.de
http://www.barmherzige-regensburg.de/
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