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Kultursensible Geburtshilfe


Ziel der Initiative

Die steigende Anzahl an schwangeren Flüchtlingen und Migrantinnen im Kreißsaal unseres Hauses und der daraus resultierenden Probleme, wie z.B. Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede, erschwerten die ohnehin schon verantwortungsvolle Aufgabe der Betreuung der Frauen unter der Geburt.
Ziel war es, die Sprachbarrieren abzubauen, schaffen von Empathie und Verständis für kulturelle Unterschiede und somit Abbau von Ängsten und Vermittlung von Sicherheit, sowohl auf Seiten der Patienten als auch auf der Mitarbeiterebene.
Desweiteren sollte die Arbeitssituation, insbesondere ein geringer Zeitaufwand im Umgang mit schwangeren Flüchtlingen verbessert werden.

Beschreibung der Initiative

Im Rahmen der Leitungsqualifizierung für Pflegefachkräfte 2016 / 2017 bei der Caritas Diözese Münster e.v., entschied sich Hebamme Henrike Adam  für das Projekt “ Kultursensible Geburtshilfe“. Aufgrund der steigenden Anzahl von schwangeren Flüchtlingen und Migrantinnen im Kreißsaal unseres Hauses und der daraus resultierenden Probleme, war Frau Adam  schnell klar, dass dies verbessert werden musste. Ein weiterer Auslöser war eine problematische Geburt, bei der mangels Sprachkenntnissen keine Verständigung möglich war.

Die Sprachbarrieren verhinderten die Frauen grundlegend zu beraten, an wichtige anamnestische Hintergrundinformationen zu gelangen und einen vertrauensvollen Zugang zu ihnen zu bekommen. Durch Isolation ist der Ehemann oft der einzige Ansprechpartner der Schwangeren. Auch wenn der Ehemann etwas deutsch spricht oder ein Übersetzer hinzugezogen wird, ist es nicht gewährleistet, dass alle komplexen medizinischen Erklärungen an die Schwangeren weitergegeben werden können. Auch der oft fehlende Mutterpass und nicht wahrgenommene Vorsorgeuntersuchungen erschweren den Informationsfluss. Desweiteren waren nicht alle unsere Hebammen und Ärzte über den Umgang mit Schwangeren und gebärenden Flüchtlingen, z.B. nach sexualisierter Gewalt und hinsichtlich religiöser Befindlichkeiten, ausreichend geschult und vorbereitet. Dies führte zu Unsicherheiten und Ängsten, sowohl auf der Patienten- als auch auf der Mitarbeiterseite.

Nach Gründung der Projektgruppe im Juli 2016, welche aus drei Hebammen und zwei Gynäkologinnen aus unserem Hause bestand, wurden im Zeitraum von 9 Monaten verschiedene Konzepte erarbeitet.

  1. Bild-/ Textkarten in 6 verschiedenen Sprachen (Arabisch, Albanisch, Farsi, Serbo-Kroatisch, Türkisch und Kurdisch)
  2. Anamnesebögen zum Ankreuzen in verschiedenen Sprachen
  3. Informationsmappe für Mitarbeiter über den Umgang mit traumatisierten Frauen, insbesondere nach sexualisierter Gewalt

Desweiteren fand eine zweitägige Fortbildung für 20 Teilnehmer mit Maria Zemp ( Fachreferentin für Traumaarbeit und Frauengesundheit) in unserer Einrichtung statt.

Um an weitere Informationen zu gelangen, hospitierte unsere Projektleiterin Henrike Adam sowohl in der Sanitätsstation der Oxford-Kaserne als auch bei den Frühen Hilfen Münster und besuchte Flüchtlingsfamilien in ihren Unterkünften.

Seit Mitte April diesen Jahres nutzen alle Mitarbeiter der geburtshilflichen Abteilung die entwickelten Konzepte.

Mit Beendigung des Projekts und der Implementierung der Konzepte konnte für unseren Kreißsaal ein Standard erarbeitet werden, der sowohl Vertrauen, als auch Sichherheit und Verständnis schafft. Durch die Einführung werden Arbeitsabläufe vereinfacht und der Informationsfluss verbessert.

 

Über den Träger

Das St.Franziskus-Hospital Münster ist akademisches Lehrkrankenhaus der Westfälischen
Wilhelms-Universität in Trägerschaft der St.Franziskus-Stiftung Münster, welche von den Mauritzer Franziskanerinnen gegründet wurde. Mit über 600 Betten und 12 Hauptfachabteilungen ist es eines der leistungsstärksten Krankenhäuser der Schwerpunktversorgung der Region. Mit 2500 Geburten jährlich, zählt das St,Franziskus-Hospital zu den führenden geburtshilflichen Abteilungen Nordrhein-Westfalens.

St. Franziskus-Hospital Münster

Hohenzollernring 70
48145 Münster
henrike.adam@sfh-muenster.de
http://www.sfh-muenster.de
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