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Kampagne „Fremde Freunde“


Ziel der Initiative

Das Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle (Saale) heißt Menschen, die nach Deutschland kommen, willkommen und bietet konkrete Hilfestellung an. Dies geschah und geschieht schnell und unbürokratisch. Den Begriff Heimat haben wir für uns übersetzt als Gemeinschaft, die Vertrauen schafft und Sicherheit bietet.

Neben der Wahrnehmung unseres Versorgungsauftrags verstehen wir unser Handeln als Angebot der Freundschaft. Unser Engagement basiert nicht auf einer missionarischen Intention, hat jedoch auch eine missionarische Dimension.

Beschreibung der Initiative

Refugees Welcome (2015): Das Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara heißt Flüchtlinge willkommen und bietet seine Hilfe an „Fremde Freunde – Refugees Welcome“: Diesen Gruß richten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara an die Flüchtlinge in ihrer Stadt und in ganz Deutschland. Die Botschaft findet sich unter anderem auf einem Großplakat, auf Plakaten und Postkarten. Angehörige aller Berufsgruppen des Krankenhauses bekennen sich – mehrsprachig – in einem Videofilm zu Toleranz, Nächstenliebe und Menschlichkeit. Die Aktion greift den Gedanken „Fremde sind Freunde, die wir noch nicht kennen“ auf. Die Initiative „Fremde Freunde“ ist nicht nur an ein Willkommensgruß für Menschen, die auf der Flucht vor Krieg in Gewalt sind, sondern ein Angebot des Krankenhauses, ganz konkret medizinische Hilfe zu leisten, wo sie nötig ist. Mit der laufenden medizinischen Erstuntersuchung der in Halle eingetroffenen Flüchtlinge setzt ein Team aus Ärzten und Pflege diesen Anspruch in der örtlichen Erstaufnahmeeinrichtung seit Monaten in die Tat um. Mit ihrem Hilfsangebot knüpfen die Mitarbeiter an das Wirken der Heiligen Elisabeth von Thüringen, einer der Namenspatroninnen des Krankenhauses an. Selbst aus Ungarn kommend, lebte sie als Migrantin in Deutschland und nahm sich der Kranken und Armen an.

Fremde Freunde (2016/2017): Die Initiative „Fremde Freunde“ versteht sich als Teil des Auftrags eines christlichen Krankenhauses: Das Werben für Toleranz und Nächstenliebe. Die Initiativ ist nachhaltig angelegt. Nach „Refugees welcome“ wurde die Idee konsequent weiterverfolgt und eine Vielzahl von Menschen einbezogen, die zunächst fremd in Deutschland sind, jedoch auf Zeit oder dauerhaft ein Teil unserer Gesellschaft sein möchten. So bietet das Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara im Rahmen seines Besuchsdienstes die Ansprache von Menschen nichtdeutscher Herkunft durch Ehrenamtliche an, die mit den Anforderungen des jeweiligen Kulturkreises und der jeweiligen Religion vertraut sind. Die Eröffnung des muslimischen Gebetsraums auf dem Gelände des Krankenhauses im Frühjahr 2016 verstehen wir als Ausdruck der guten Nachbarschaft und als Angebot an Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen muslimischen Glaubens sowie Gläubige aus dem direkten Umfeld, zum Beispiel unter den Studierenden in Halle.

Patienten, die sich nicht verständigen können, erhalten u.a. in Kooperation mit dem Islamischen Kulturzentrum und weiteren Partnern Hilfestellung in Form von Übersetzungsdienstleistungen. Das Haus bietet an der Christlichen Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe in Halle Fortbildungen zum Thema „Interkulturelle Pflege“ an. Es lädt Familien nichtdeutscher Herkunft zum beliebten „Trommelfloh-Familienkulturtag“ am Krankenhausstandort St. Barbara in Halle ein, wo die Kinder unter dem Motto „Lachen und lernen im Krankenhaus“, zusammen mit den Kindern schon länger einheimischer Familien, einen aktions- und lehrreichen Nachmittag mit dem musikalischem Bühnenprogramm des bundesweit bekannten Kinderliedermachers Maxim Wartenberg erleben.

„Fremde Freunde“ wurde und wird von der Öffentlichkeitsarbeit des Hauses gezielt begleitet und weiterentwickelt. Das Video „Fremde Freunde“, ein Aufklärungsvideo ohne Sprache (https://vimeo.com/145770958, Passwort: Flüchtlinge), eine Plakatreihe und die Pressearbeit tragen die Kampagne über die Grenzen von Halle hinaus (vgl. Belege). Insbesondere das Motiv „Bei uns wird schon immer ein Tuch auf dem Kopf getragen“ hat überregional Aufmerksamkeit erhalten (u.a. ZDF) und findet sich mittlerweile als Exponat im Jüdischen Museum in Berlin (vgl. Beleg). Besondere Aufmerksamkeit haben das Portrait und die Erfolgsgeschichte eines jungen Arztes mit Migrationshintergrund aus unserem Haus mit dem Titel „Der Musterflüchtling“ in der Wochenzeitung „Die Zeit“ erlangt.

Über den Träger

Das Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und gehört mit rund 1.300 Beschäftigten und mehr als 600 vollstationären Betten als größte Einrichtung zum katholischen Elisabeth Vinzenz Verbund. Als Haus der Schwerpunktversorgung verfügt es über 12 Kliniken sowie ein Sozialpädiatrisches Zentrum. Das Medizinische Versorgungszentrum sowie eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung ergänzen das Angebot.

Infoflyer // kkvd Sozialpreis 2017 pdf-download