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Integration durch Ausbildung


Ziel der Initiative

Ziel des Projektes ist es,
• Flüchtlinge zu identifizieren, die für eine Ausbildung in Frage kommen könnten;
• ihr Interesse an einem sozialen Beruf zu ergründen (dafür ist die Hospitation gedacht);
• sie mit einem sechsmonatigen Praktikum behutsam an den Ausbil-dungsmarkt heranzuführen und Hindernisse (nicht nur sprachliche Defizite) aus dem Weg zu räumen, damit
• sie (direkt oder nach weiteren unterstützenden Maßnahmen wie bei-spielsweise einem FSJ) eine Ausbildung aufnehmen können und
• gute Chancen haben, diese dann auch erfolgreich abzuschließen.

Beschreibung der Initiative

Das Projekt „Vorbereitung von Flüchtlingen auf eine Ausbildung im Gesundheits- und Pflegebereich“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Heinrich-Hauses in Neuwied-Engers, des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth Neuwied / der Marienhaus Unternehmensgruppe und des Jobcenters Neuwied. Ziel ist es, Flüchtlinge auf eine Ausbildung im Gesundheits- und Pflegebereich vorzubereiten. Das Projekt ist im März 2017 gestartet und ist (vorerst) zeitlich auf zwei Jahre befristet. Etwas Vergleichbares gibt es in Deutschland nicht.

Flüchtlinge, die einen Aufenthaltsstatus haben, bekommen in diesem Projekt die Chance auf eine Ausbildung und damit eine Perspektive, in ihrer neuen Heimat Deutschland Fuß zu fassen. Das Marienhaus Klinikum Bendorf – Neuwied – Waldbreitbach und mit ihm die Marienhaus Unternehmensgruppe engagieren sich in diesem Projekt, weil „Integration für beide Seiten eine gegenseitige Bereicherung darstellt und auch wir viel lernen können, wenn Menschen beispielsweise aus Syrien, dem Irak oder Eritrea in unserem Gesundheitswesen arbeiten“, so Krankenhausoberin Therese Schneider.

Das Jobcenter Neuwied betreut rund 1.800 Flüchtlinge. Die erste Auswahl-Hürde für die Teilnahme an diesem Projekt – nämlich die Frage, ob er oder sie über ausreichende Deutschkenntnisse verfügt – nahm jeder Fünfte. Aus denen suchte man dann im Rahmen von Assessment-Centern die 40 Kandidaten aus, bei denen man sich vorstellen konnte, dass sie tatsächlich an einem sozialen Beruf interessiert sein könnten.

Daran schloss sich für jeden der 40 Kandidatinnen und Kandidaten – diese Phase wurde Ende Juni 2017 abgeschlossen – eine einwöchige Hospitation auf einer Station an.

Wer die Hürde der Hospitation erfolgreich genommen hat, der absolviert – Start ist Juli 2017 – als nächstes ein sechsmonatiges Praktikum. Dafür stehen in den beiden Kliniken 24 Plätze zur Verfügung. Während dieses Praktikums arbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer drei Tage im Krankenhaus mit und gehen zwei Tage zur Schule ins Heinrich-Haus. Hier lernen sie Deutsch und sollen am Schluss die B 2 Prüfung schaffen, hier werden sie aber auch gezielt vorbereitet auf ihr Leben in Deutschland. Interkulturelle Kompetenz steht deshalb regelmäßig auf dem Lehrplan. – Diese Aufgabe übernimmt mit Ines Müller eine gelernte Krankenschwester und studierte Sozialarbeiterin, die eigens für dieses Projekt eingestellt worden ist und die sozialpädagogische Begleitung der Teilnehmer übernimmt.

Aber damit nicht genug: Viele Flüchtlinge haben keinen entsprechenden Schulabschluss oder können, weil sie keine Zeugnisse vorlegen können, diesen nicht nachweisen. Für diese Teilnehmerinnen und Teilnehmer sieht das Projekt ein weiteres Modul vor, in dem sie den Hauptschulabschluss der 9. Klasse und damit die Berufsreife erwerben können. – Erklärtes Ziel ist es nämlich, sehr individuell auf die persönliche Situation jedes einzelnen Teilnehmers einzugehen.

Wenn das Praktikum Ende 2017 abgeschlossen sein wird, dann „werden wir mit jedem Teilnehmer sprechen und zusammen mit ihm entscheiden, wie es weitergehen soll“, so Therese Schneider. Das kann direkt eine Ausbildung sein, das könnte aber auch beispielsweise die Empfehlung sein, vielleicht doch erst noch ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren, um so noch besser Deutsch zu lernen.

So will das Projekt den Teilnehmenden eine reelle Chance geben, beruflich in Deutschland Fuß zu fassen und sich ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit und Sicherheit aufzubauen.

 

Über den Träger

Die Marienhaus Unternehmensgruppe ist einer der großen christlichen Träger sozialer Einrichtungen in Deutschland.
Zum Unternehmen zählen
•20 Krankenhäuser (an 32 Standorten)
•29 Alten- und Pflegeheime
•5 Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen
•9 Hospize
•9 weitere Einrichtungen und
•10 Bildungseinrichtungen.
Die Einrichtungen liegen in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, insgesamt arbeiten in der Trägerschaft etwa 13.800 Frauen und Männer.

Marienhaus Klinikum Bendorf - Neuwied - Waldbreitbach

Friedrich-Ebert-Straße 59
56564 Neuwied
therese.schneider@marienhaus.de
http://www.marienhaus-klinikum.de
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